Am Ende unserer Straße befindet sich ein Eingang zum Kölner Friedhof "Melaten", vielleicht DEM Friedhof in Köln, da hier ein Großteil der städtischen Prominenz seine letzte Ruhe fand.
Friedhöfe üben auf mich eine besondere Anziehungskraft ob ihrer wohltuenden Ruhe, der oftmals eigenwilligen, originellen Grabgestaltungen und - trotz der allgegenwärtigen Endlichkeit des Seins - ihrer Tröstlichkeit aus. So lernte ich auch Melaten kennen. Seitdem zieht es Rainer und mich öfter zum Spaziergang hierher.
Sehr interessant ist auch die Geschichte Melatens. So wurde auf demTerritorium des heutigen Friedhofs im ausgehenden 12. Jahrhundert ein Leprosenheim (Unterkunft für Leprakranke) errichtet. Im Mittelalter wurde es zu einer Hinrichtungsstätte für Protestanten und Hexen. Doch Ende des 18. Jahrhunderts war Schluß mit dem Spuk. Durch die Besetzung der französischen Revolutionstruppen erfuhr Melaten eine neue Funktion: es entstand eine Begräbnisstätte, die im Laufe der nächsten Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte immer weiter ausgeweitet wurde. Vereinzelt findet man noch heute verwitterte Grabstellen, Grabsteine mit kaum zu entziffernden Daten aus dem beginnenden 19. Jahrhundert.

Auf Melaten begeistert mich die Vielfalt der Pflanzen, der Bäume - die man teilweise woanders kaum mehr findet. Herrliche Platanenwege verführen nahezu zum spazieren... und dann, was ich so tröstlich finde, die zahlreichen Tierarten. Nicht nur Vögel, Schmetterlinge, nein auch Eichhörnchen, eine Katze u.a. tummeln sich hier.
Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, was den Friedhof eigentlich ausmacht: die Grabanlagen. Teilweise feudal, protzig, kitschig, aber auch schlicht-schön vermitteln sie je nach Gestaltung Traurigkeit, Hoffnung und beeindrucken in ihrer Aussagekraft.
Wir haben ein paar Aufnahmen gemacht die wir Euch an dieser Stelle gerne zeigen möchten.
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